In der Fastenzeit verhüllt ein neues Fastentuch den Hochaltar. Der Theologe, Religionslehrer, ehemaliger Priester und Mönch Raphael Bergmann hat es gestaltet und Stift Rein geschenkt.
Der Künstler zeigt die zentrale Szene der christlichen Passion: Vor violettem Hintergrund wird Jesus nach der Kreuzabnahme in den Schoß seiner Mutter Maria gelegt. Die Figuren erscheinen schemenhaft, wobei die helle Gestalt Jesu besonders hervorsticht. Maria ist im blauen Mantel dargestellt, rote Farbakzente verweisen symbolisch auf ihr leidendes Herz. Am Boden kniet die trauernde Maria Magdalena in gold-ockerner Farbgebung.
Das Werk orientiert sich an dem Gemälde „Kreuzabnahme und Beweinung Christi“ (1785) des barocken Malers Kremser Schmidt. Die bewusste Anlehnung knüpft an die Tradition des Reiner Hochaltars an, dessen Bild „Anbetung der Hirten“ ebenfalls aus dieser Werkstätte stammt.
Inhaltlich stellt das Fastentuch einen Bezug zum Altarbild her: Es zeigt Jesus am Ende seines irdischen Lebens im Schoß seiner Mutter – im Kontrast zur Darstellung als Kind zu Beginn seines Lebens.