Fastenzeit und Schweizer Franken

Drei Aspekte sollen in dieser Zeit intensiver Einkehr und Besinnung besonders in den Blick kommen:

Gottvertrauen
barmherzige Mitmenschlichkeit und 
Wissen um die Vergänglichkeit des Lebens.

Die Schweizer hatten früher ihr Geld mit religiösen Inhalten versehen, die als Sinnzeichen für die drei Aufgabenstellungen in der Fastenzeit interpretiert werden können.

Auf dem 5-Franken-Stück
steht auch heute noch zu lesen: „Deus providebit - Gott sorgt vor.“ Die Bibel ist eine Sammlung von Lebensbeschreibungen und –Lebenserfahrungen durch viele Jahrhunderte. Alle Lebenslagen und –Lebensschwierigkeiten kommen in ihr zum Ausdruck, auch, dass Gott so oft aus dem Blickfeld gerät und sein Wirken nicht mehr wahrgenommen wird. Gerade in solchen Situationen der Anfechtung und der Verzweiflung kann Gott, so das Zeugnis der Bibel, sehr wohl wirkmächtig sein.

Auf dem alten 100-Franken-Schein
sah man den heiligen Martin, wie er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilt. Der zweite Aspekt ist das Ergreifen der sozialen Verantwortung. Fasten hat in erster Linie den Sinn, Geld zu sparen, um es den Bedürftigen weiterzugeben. Es geht nicht so sehr um meine persönliche Gesundheit, sondern um die Hilfe und Unterstützung der Menschen in Not.

Der 1000-Franken-Schein
zeigte den Totentanz, bei dem der Reiche wie der Arme alles lassen muss, was er auf Erden besaß. Das Wort „Gedenke Mensch, dass du Staub bist – und zum Staub zurückkehren wirst“ (vgl. Gen 3,19) anerkennt, dass mein Leben in Gottes Hand liegt. Dabei bleibt es nicht beim Erinnern an unsere Hinfälligkeit und unseren Tod. Der hl. Benedikt ist ein ganz und gar österlicher Mensch; sein ganzes Denken geht immer von der Auferstehung aus und zielt auf das Leben hin, das uns von Gott geschenkt ist und für das es sich mit allen Kräften einzusetzen gilt. Die Fastenzeit gehört zum österlichen Festkreis. Immer ist die Botschaft vom Leben der archimedische Punkt, von dem für uns Christen alles abhängt.

Pater Ambrosius, Benediktinerabtei Maria Laach
30. Jänner 2013