Kreuzweg 2013

Wie ein Arbeitsloser im Jahre 2013 den Kreuzweg Jesu verstehen lernt.

1. Station: Herr Müller (52) mit 32 fleißigen Berufsjahren wird auf Grund einer Betriebsübernahme vom neuen Management gekündigt und somit zur Arbeitslosigkeit verurteilt. 
2. Station: Herr Müller nimmt das Kreuz der Arbeitslosigkeit auf sich. 
3. Station: Herr Müller bekommt die erste Absage auf ein persönliches Vorstellungsgespräch. 
4. Station: Herr Müller begegnet seiner Mutter, welche auch keinen Job für Ihn hat und ebenso nicht versteht, warum ihr immer fleißiger Sohn plötzlich gekündigt wurde. 
5. Station: Herr Simon von der Jobvermittlungsagentur versucht ebenso für Herrn Müller einen Job zu finden. 
6. Station: Veronika, eine gute Freundin von Herrn Müller, reicht ihm ein Schweißtuch, damit er sich den Angstschweiß vor dem sozialen Absturz von der Stirn wischen kann. Sie versucht ihm mit Zuspruch wieder Kraft für die hoffnungslos scheinende Arbeitssuche zu geben. 
7. Station: Wieder bekommt Herr Müller auf ein persönliches Bewerbungsgespräch eine Absage und bricht zusammen unter dem Kreuz der Hoffnungslosigkeit. Die Geisel der vielen erfolglosen Bewerbungsschreiben haben ihn schon sosehr zugerichtet, als dass er das Kreuz noch tragen könnte. 
8. Station: Herr Müller tröstet die traurigen Mitarbeiter, welche einst mit ihm zusammenarbeiteten. Auch diese verstehen nicht, warum ein einst erfolgreicher und geliebter Kollege plötzlich gegangen wurde und nun chancenlos geplagt im Leben steht. 
9. Station: Noch einmal ereilt Herrn Müller das Schicksal der Stellenabsage. Und das, obwohl er sich so bemüht hatte, diese Stelle zu bekommen und auch alle Qualifikationen mit Praxis besaß. 
10. Station: Herr Müller wird vom Exekutor seiner persönlichen Wertgegenstände wie Fernseher und Auto beraubt. Auf Grund des geringen Arbeitslosengeldes war er in die Zahlungsunfähigkeit geraten. 
11. Station: Das Arbeitsmarktservice zwingt Herrn Müller einen schlecht bezahlten, unpassenden Job weit weg von seiner Wohnung anzunehmen. 
12. Station: Herrn Müller wird das Arbeitslosengeld und somit seine Lebensexistenz gestrichen, da er sich weigert so weit fort von seiner Familie diesen unpassenden Job anzunehmen. 
13. Station: Aus psychischen Gründen wird Herr Müller von seinem Arzt in den Krankenstand geschickt. 14. Station: Herr Müller, inzwischen psychisch arbeitsunfähig, geht in die Frühpension. 

Werner Pregetter