Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?

Das Kind in der Krippe ist lieblich, Ochs und Esel sind stimmungsvoll und die Engel verzaubern mit Hosanna Gesang. So muss Weihnachten sein!
Das historische Geschehen rund um die Geburt Jesu ist aber eine Geschichte von schwierigen Verhältnissen, Gewalt, Verfolgung, Aufbruch und Flucht.Flucht und Migration scheinen ein "Normalfall" der Geschichte zu sein - auch unserer eigenen. Hat nicht nahezu jeder Österreicher Vorfahren aus Böhmen, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Italien, Schwaben, Bayern, Rumänien oder Bosnien?
Damit hat auch beinahe jeder mehr oder weniger Migrationshintergrund. Und doch lösen Begegnungen mit dem Fremden oft spontan und ganz menschlich Gefühle und Reaktionen aus.
So stehen wir immer wieder vor der Herausforderung unsere Meinung und unser Verhalten den Anderen gegenüber durch Erfahrung zu verändern.
Das Evangelium nach Johannes gibt ein Beispiel dazu:
Nathanaël erfährt von Philippus, dass die Jünger den Messias gefunden haben, Jesus aus Nazareth. Sie wissen noch nicht, dass Jesus in Betlehem geboren wurde und damit eine Weissagung erfüllt. Daher fragt Nathanaël auch abschätzig: "Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?"
Die Antwort des Philippus ist nicht von Wissen, sondern von Glauben und Vertrauen geprägt, wenn er antwortet: "Komm und sieh!"