Die drei Siebe

Manche meinen, #SocialMedia sei Schrott. Ausschließlich. Dass das nicht immer der Fall ist, zeigt diese auf Facebook geteilte "alte" Geschichte von Sokrates.
"He Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen." "Moment mal", unterbrach ihn der Weise, "hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?" "Drei Siebe?" "Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?" "Nein, ich hörte es irgendwo und ..." "So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst - wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist -, so doch wenigstens gut?" Zögernd sagte der andere: "Nein, das nicht, im Gegenteil ..." "Ach so!", unterbrach Sokrates. "So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?" "Nun, notwendig gerade nicht ..." "Also", lächelte der Weise, "wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!"
Auch ein guter Maßstab für das Posten auf Facebook: Ist es wahr? ist es gut? Ist es notwendig?
ferdinand.kaineder@ordensgemeinschaften.at